Sieben Wochen in Pondicherry sind schon vorbei, und es wir bald zeit umzuziehen. Das guest house hat uns gut gefallen, und wir brauchten nicht mehr umziehen. Die Temperatur ist auch nicht mehr so slimm – sind jetzt nur noch 35 Grad, anstatt den ursprünglichen 40! Nachts geht die Temperatur bis auf 25 Grad hinunter, aber es ist jetzt auch wie die Inder es sagen –”cold season”!
Wir sind aber nicht nur in Pondicherry gewesen. Einen Tag waren wir in Mamallapuram (zwischen Pondi und Chennai), die über 1300 Jahre alten Tempel anzuschauen. Sie stehen auf Unesco’s „world heritage site“-liste, und ist dann auch ein berühmtes Turistenziel. Die Tempeln waren schön, aber die Stadt anstrengend - laut, dreckig und mit SEHR vielen Bettlern. In Pondicherry dagegen ist alles ziemlich ruhig, jedenfalls im französischen Teil wo wir wohnen. Aber dann nennen auch die Inder Pondicherry für „India light“!
India ist die Diabeteshauptstadt der Welt – sie haben nicht nur die größte Anzahl von Diabetiker, auch den größten Anteil mit ganze 15% (und der wächst und wächst)! Vielleicht nicht komisch – sie essen extrem kaloriereiches Essen, und Trainieren ist in der Hitze schwierig. Wir haben ein Fitnesstudio gefunden (mit westlichen Gründern) das jetzt ein Jahr offen war. Dorthin gehen fast nur weiße, aber ab und zu sehen wir auch Inder, aber warum kann man sich fragen. Schwitzen tuhen sie nicht, und wenn sie mit geräte Übungen machen, dann tuhen sie es immer ganz, ganz kurz, und immer ohne Gewicht draufzulegen. Letztes Mal war neuer Rekord – ein Inder ist gekommen, ist ein bisschen im Zimmer herumgegangen, hat sich mit der Zeitung auf einer der Geräte hingelegt, 15-20min die Zeitung gelesen, und ist dann wieder heimgegangen! Super training!
Anfangs gab das Essen uns Schwierigkeiten. Anders, stark und auch nicht immer so gut. Jetzt geht es aber besser, wir haben unsere Favoriten gefunden, und wir können mehr und mehr vom Indischen genüssen, und nicht nur wegen der Kräuter schwitzen. Wie die Inder essen wir aber noch nicht- sie essen warm drei Mal am Tag, und traditionell nur mit den Händen (ohne Besteck) und auf den Boden. Wir dagegen essen, wie zu Hause, ein kaltes Frühstück zu Hause und mittags unsere Jause im Krankenhaus. Abends gehen wir aber aus essen. In Auroville, gleich außerhalb der Stadt, gibt es eine Europäische Bäckerei, und unser freund Dr. Kiran bringt uns von dort frisches, dunkles Brot für unsere Jause. Mehrere Ärzte haben uns nämlich empfohlen nicht in der Krankenhauskantine zu essen – „Esst ihr dort hoffe ich ihr habt viel Metronidazol (Antibiotika) mitgenommen!“
Vor ein Paar Wochen kriegten wir plötzlich einen neuen Gast in unser Homestay. Sie heißt Lillian, studierte Medizin in Dublin, und wie wir, kriegte sie eine schlechte Turnusnummer, und musste deshalb auch 6 Monat warten. Bei der nächsten Ziehung hat sie aber glück gehabt, und startet in Februar ihr Turnus in der nähe von uns, in Gjøviks Nachbarstadt Lillehammer! In ihrer Wartezeit wollte sie auch etwas anderes erleben und fuhr zu einer Augenklinik in Orissa, eine von den nördlicheren Staten. Nach dem Krankenhausaufhalt wollte sie eine kleine Indiarundfahrt machen, und war dann plötzlich in Pondicherry!
Mit ihr haben wir ein Wochenende ein Taxi geliehen und sind nach Kodaikanal gefahren, eine sehr lange tour auf über 10 Stunden, und nicht 5 wie die Inder uns erklärten! Kodai ist eine der Hillstations die die Engländer gebaut haben um von der Hitze wegzukommen. Auf 2000meter waren es angenehme 15 Grad, für uns aber Tagsüber immer noch warm genug um mit kurze Hosen und Hemden zu gehen. Die Lokalen haben sich aber eingepackt, mit langen Hosen, Pullover, Anorakken, Mützen – ja, eigentlich die ganze Wintergarderobe! Die Stadt war angenehm – kleiner, weniger Auto, mehr gemütliche Leute, aber…jetzt waren plötzlich wir die Turistattraktionen – drei weiße Menschen – und alle gut über 1,80 (!) ist nichts normales. Eine durchsnittliche Damengrösse kann knapp über 1,50 sein, und bei Männern vielleicht 1,70. Wir haben die Tage im „kalten“ Klima genossen, kriegten aber schnell beim hinunterfahren wieder die normale Hitze. Lillian ist in der Zwischenzeit schon wieder weitergefahren, nach westen, nach Goa und weiter nach Mumbai (früher Bombay), wo sie wieder heimfliegt.
Im Krankenhaus waren wir die ersten 6 Wochen auf die Medizinische/ Neurologische Abteilung, letzte Woche auf der Pädiatrie, diese Woche Gynäkologie/ Obstetrikk und nächste Woche wieder Medizin, bevor die reise weitergeht. Dr.Kiran, unser Kontaktperson hier in Pondicherry, hat ein Studienfreund der in Dharamsala in ein Krankenhaus arbeitet, und er soll auch Dalai Lama’s persönliche Arzt sein! Dharamsala liegt am fuße der Himalaya, nördlich von der Hauptstadt Dehli. In Dharamsala ist die ganze tibetanische Regierung in Exil, und Dalai Lama wohnt auch dort. Wir haben jetzt mit Kirans Freund Kontakt aufgenommen, und hoffentlich können wir dort zwei Wochen bleiben. Er arbeitet auf Tibetan Delek Hospital (http://www.delekhospital.org/), ein kleines Krankenhaus mit nur 45 Betten, hauptsächlich für Kinder, Schwangere und Tuberkulosepatienten. Die Patienten zahlen nichts, das Krankenhaus ist idealistisch und non-profit und überlebt durch Spenden. Dharamsala soll eine in eine sehr schöne Gegend liegen, als Magnus (Kristins Bruder) in Dehli studierte war ein Wochenende dort, und hat nur positives darüber zu sagen.
Der Rest die Reise ist noch nicht ganz geplannt. Es wir aber jedenfalls ein paar Tage in Varanasi (dort auch wahrscheinlich auf ein guest house durch ein Freund von Kiran), Agra (Taj Mahal) und Dehli. Wir planen auch eine Tour rundherum in Rajasthan, genau wie ist aber noch nicht entschieden.
Hoffe es geht euch allen gut!
Alexander und Kristin
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